Turmkaffee : Die Entwicklung im Kaffee Rohstoffmarkt

Die Entwicklung im Kaffee-Rohstoffmarkt

Von Roger Bähler

08.12.2025

Die Entwicklung im Kaffee-Rohstoffmarkt

Was früher ein selbstverständlicher Teil des Alltags war, wird für viele Menschen zunehmend zum kostbaren Genussmoment. Kaffee ist heute nicht nur ein beliebtes Getränk, sondern ein Spiegel der globalen Entwicklung. Die Preise an den internationalen Rohwarenbörsen haben sich in den letzten zwölf Monaten nahezu verdoppelt. Gleichzeitig herrscht entlang der Lieferkette eine angespannte Lage, welche die Planbarkeit und Stabilität im Handel erschwert.

 

 

Warum der Preis nicht nur von der Börse bestimmt wird
Die Börsenpreise für Rohkaffee haben in den vergangenen Wochen leicht nachgegeben. Doch wer daraus eine umfassende Entspannung ableitet, greift zu kurz. Die realen Beschaffungskosten werden durch verschiedene, tiefgreifende Faktoren beeinflusst:

 

  • Wetterextreme beeinträchtigen die Ernten
    In Brasilien und Vietnam haben starke Schwankungen zwischen Trockenheit und Starkregen zu Ernteausfällen geführt. Die Verfügbarkeit bleibt entsprechend begrenzt.
  • Steigende Nachfrage im globalen Süden
    Besonders in Asien nimmt der Kaffeekonsum rasant zu. Länder wie China treiben die Nachfrage weiter an, was die weltweiten Handelsströme verändert.
  • Spekulation verstärkt die Preisbewegung
    Kaffee ist auch ein Spekulationsobjekt. Bereits kleinste Signale reichen, um über Terminverträge künftige Preisentwicklungen vorwegzunehmen und die Dynamik anzuheizen.
  • Logistik und Verpackung sind weiterhin teuer
    Transporte aus den Ursprungsländern sind mit erheblichen Mehrkosten verbunden. Gleichzeitig sind Verpackungsmaterialien in Europa nach wie vor knapp und teuer.
  • Die neue EU-Verordnung bringt Kosten und Unsicherheit
    Ab Januar 2026 tritt die europäische Verordnung gegen Entwaldung in Kraft. Sie verlangt von allen Marktteilnehmern umfassende Nachweise zur Herkunft des Kaffees. Das führt zu zusätzlichem Aufwand und erhöhten Kosten entlang der gesamten Lieferkette.

Warum die Preiskorrektur an der Börse noch nicht in der Realität ankommt
Trotz sinkender Börsenkurse bleiben die Einkaufspreise hoch. Der Grund liegt in der realwirtschaftlichen Situation: Die Lager in Europa sind weiterhin tief, die Verfügbarkeit schwankt stark, und die Vorbereitungen auf die verschärften Importanforderungen verursachen zusätzlichen Druck.

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